An einer Landstraße in unserer Gegend wurden vor kurzem alle Kirschbäume gefällt. Ein Anwohner hat sich darüber so aufgeregt, dass er zum Protest für jeden gefällten Baum ein Kreuz aufgestellt hat. Es waren ca. 100 Kreuze auf der Landstraße, die nun aber weg sind. Nur noch die Kreuze an der Brücke waren da.
Ein Hase lief da auch gerade über den Acker, aber der war zu schnell für meine Kamera.
Und im Westen ging schon langsam die Sonne unter...
Es waren gesunde ältere Kirschbäume. Ich denke mal, da war man zu faul, die Äste regelmäßig wegen den LKWs zu beschneiden. Naja, nun ist Platz für Schneeverwehungen.
Durch die Protestaktion wurde aber angekündigt, dass wieder neue Bäume gepflanzt werden sollen. Auch wieder Kirschbäume, allerdings nur welche, die blühen, aber keine Früchte tragen. Was ist das denn?
Der Mann hat die Holzkreuze gezimmert und entlang der Straße aufgestellt - für jeden gefällten Baum ein Holzkreuz. Hut ab vor dem Mann.
Und wenn man hier liest, welche Gesetzesauflagen es für Neupflanzungen gibt, da kann man einfach nur das Gefühl bekommen, in einer Spaßgesellschaft zu leben. Aber wehe ein Hausbesiter will oder muss mal einen Baum fällen, schon fast ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man keinen kennt. Und da werden 148 gesunde Bäume mit einem Schlag gefällt. An die Ersatzpflanzungen glaube ich auch nicht, denn das wurde hier schon an mehreren Straßen gemacht, ohne dass man irgendwo Erstzpflanzungen findet. Die Bäume haben auch niemals den Straßenverkehr behindert, selbst LKWs nicht. Das ist eine sehr ruhige, gemütliche Landstraße, wo zur Kirschenzeit die LKW-Fahrer oft auf ihren Dächern gestanden haben und Kirschen gegessen haben. Alles vorbei - und dafür müssten die Verantworlichen bestraft werden.
Nicht nur dem Klima zuliebe ist das Fällen sehr dreist. Das war mal so eine schöne idyllische Landstraße zwischen Meisdorf und Ermsleben. Ich kann verstehen, dass viele bei dem Anblick geweint haben, mir gefällt das auch absolut nicht.
Mir scheint es bald so, als ob man die politischen Unruhen und Umstrukturierungen in unserer Gegend nutzt, um die Bäume los zu werden. Normal darf hier nämlich kein Obstbaum gefällt werden, wenn Rasen unter dem Baum ist.
Nadelbäume darf man fällen, allerdings auch nur bis zu einer gewissen Stammstärke. Deswegen lassen viele die Bäume gar nicht mehr groß werden.
Tobi kennt das nicht mehr, aber als ich Kind war, hatte hier jeder im Vorgarten mindestens einen Baum stehen, meistens Pflaumenbäume. Das macht heute keiner mehr wegen diesen blödsinnigen Baumschutzsatzungen, an die sich eh nicht gehalten wird, die nur dafür da sind, um mit den kleinen Leuten zu stänkern.