so ein wissenschaftlicher Nachweis ist nicht so einfach, eine weitere versteckte Kamera reicht da nicht aus. Vielleicht könnte damit gezeigt werden, dass wir Pitti keine Zeichen geben, die ihm das Ergebnis verraten. Aber es muss auch nachgewiesen werden, dass wir Pitti nicht unbewußt Zeichen geben. Wir haben zwar versucht, einiges auszuschließen, z.B. haben wir den Klicker beim Rechnen weggelassen, damit Pitti beispielsweise nicht am Zucken des Fingers das richtige Ergebnis erkennen kann. Es muss auch z.B. ausgeschlossen werden, dass Pitti nichts auswendig gelernt hat. Für wissenschaftliche Nachweise sind lange Versuchsreihen notwendig, da solche Sachen meist über die Statistik nachgewiesen werden. Videos sind da eigentlich nicht notwendig und auch nicht üblich. Die Versuchsdurchführung und die Ergebnisse werden dann in einer Publikation dargestellt, die nach Prüfung in einer geeigneten wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht wird.
ach herrje, das ist ja umständlich. Wissenschaft ist umständlich, dass es am Ende keiner mehr begreift. Kannst du dich noch an den Postboten erinnern, der sich als Arzt ausgegeben und auch einige Jahre praktiziert hat? Dieser Postbote hat als Arzt sogar Vorträge vor anderen Ärzten gehalten, hat sich Krankheiten einfallen lassen, wo keiner der Anwesenden ihm widersprochen oder mal nachgefragt hat. So ähnlich sehe ich das mit den Publikationen, die ja trockene Materie sind.
Wenn Pitti im Video 8 Aufgaben bekommt, die er alle löst und wo Zeichen von euch ausgeschlossen sind, dann ist das für mich Beweis genug. Und vor allen Dingen Beweis, den ich auch begreifen und nachvollziehen kann. Selbst wenn Pitti die verschiedenen Möglichkeiten von Kettenrechnungen, Plus- und Minusrechnungen im Zahlenraum bis 10 auswendig gelernt hätte, wäre er schon ein Genie. So unterschiedlich wie die Aufgaben gestellt wurden, glaube ich aber nicht daran, dass er auswendig gelernt hat. Dazu kommt dann noch der Umgang mit dem Würfel. Nein, er muss das alles begriffen haben. Dass Graupapageien viele Dinge begreifen, sieht ja jeder Halter im Alltag mit ihnen.
Eigentlich schade, dass die Wissenschaft solche Nachweise braucht.
Diese Versuchsreihen sind sehr aufwändig und müssen x-Mal wiederholt werden. Ich habe mal gelesen, dass Alex irgendwann auch keine Lust mehr hatte, immer dasselbe zu wiederholen. Sicher hat er da auch die Lust verloren und oft auch nicht mitgemacht. Eine Aufgaben 200 Mal oder so zu machen, ist ja auch öde. Heidrun hat mal geschrieben, dass Pitti sich auch weigert, die ganz einfachen Spiele wie das Auffädeln überhaupt noch zu machen. Das Lernen sollte ja spielerisch erfolgen und die Tiere sollten ja auch Spaß dabei haben und Ansporn, Neues zu lernen. Wenn sie die Lust verlieren (das kennen wir ja selbst aus der Schule), lernen sie immer weniger bis gar nichts mehr. Aber dank dieser wissenschaftlichen Vorgaben hatte es Alex nicht leicht. Da sind unsere Grauen klar im Vorteil. Sie werden nicht gezwungen und haben zudem einen Partner und viel Freiraum zum Spielen und Toben. Das Üben erfolgt bei uns ja nur ein paar Minuten am Tag und ist für meine zwei eine willkommene und spannende Abwechslung. Trotzdem wäre es schön, wenn auch "nicht professionelle" Videos ihre berechtigte Anerkennung in der Wissenschaft finden könnten. Leider ist es oft so, dass die Forscher uns Laien nicht zutrauen, dass wir unseren Vögeln irgendetwas beibringen könnten.
Ja Michaela, ich finde auch, dass Videos Anerkennung in der Wissenschaft bekommen sollten. Ich meine, mit ein bisschen Tierkenntnis ist doch zu erkennen, ob ein Tier Zeichen bekommt usw. Und man sieht doch auch, wie emsig die Papas bei der Sache sind, auch Henry schon in seinem jungen Alter.
Auf jeden Fall sind unsere Grauen gegenüber Laborvögeln klar im Vorteil - sie haben rund um die Uhr die gleichen, festen Bezugspersonen, einen Partner und ihr Dasein beschränkt sich nicht nur aufs Üben.
Ja, bei Pitti erkennt man in den Videos schon den Ehrgeiz. Wenn es nicht auf Anhieb und sofort klappt, wird eben der Würfel runtergeworfen. Da ist es nur nachvollziehbar, dass er die "Babyaufgaben" nicht mehr machen will und höchstens Kira auslacht, wenn sie etwas nicht sofort richtig macht.