#1 Ganzjahresfütterung von Wildvögeln von Elke 20.05.2013 04:47

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In der letzten hundkatzemaus-Sendung rät ein Professor zur ganzjährigen Fütterung von Wildvögeln mit einleuchtenden Begründungen. Der beste Beweis sind seine Futterstellen, die täglich von 1000 Vögeln aufgesucht werden. Sie und ihre Jungtiere sind durch diese Fütterung robuster, die Brutzeit beginnt früher. Auch Dr. Reinschmidt ist überzeugt von den Untersuchungen des Professor Berthold.

Aus persönlichen Beobachtungen kann ich mich auch nur dem Professor Berthold anschließen. Als ich bis vor ein paar Jahren noch meine Meerschweinchen hatte, kamen täglich Scharen von Sperlingen und haben sich das Trockenfutter der Meerlis geholt. Die Meerschweinchen selber haben es nicht angerührt, hatten ihr Obst/Gemüse und Heu. Dann sehe ich oft Amseln mit großen Hundetrockenfutter-Stücken im Schnabel fliegen.
Eine ganzjährige Fütterung kann den Populationen nur helfen und der Professor hat Recht, der Mensch kann nicht mehr von Natur reden, denn überall wird eingegriffen - sei es durch Monokulturen oder Pestizide.

Die schlauen Elstern z. B. trifft man doch auf dem Land schon seltener an, sie leben oft in größeren Städten und da in der Nähe von Imbissen.

Wer die Sendung verpasst hat, hier kann man sich den Beitrag noch mal ansehen (Sendung vom 18.05.2013, "Ganzjahresfütterung von Wildvögeln":

http://www.vox.de/cms/sendungen/hundkatzemaus.html

Liebe Grüße
Elke

#2 RE: Ganzjahresfütterung von Wildvögeln von Maiken 20.05.2013 22:11

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Also davon halte ich nichts.

Man macht doch die Vögel abhängig. Sie verlieren die Fähigkeit zur eigenständigen Futtersucheund werden diese auch nicht ihren Kindern beibringen, wenn sie die groß ziehen. Sie werden so unfähig zur Selbstversorgung.
Was ist dann, wenn die Fütterung eingestellt werden muß infolge von Geldmangel oder anderweitiger interessen des Fütterers?

#3 RE: Ganzjahresfütterung von Wildvögeln von Elke 21.05.2013 03:53

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Hallo Maiken,

so habe ich auch mal gedacht, aber wenn ich so recht überlege, kann ich die Thesen des Professor Berthold sehr gut nachvollziehen.

Ich glaube auch nicht, dass die Vögel ihre Instinkte zur Futtersuche verlieren. Selbst die schon seit Jahrtausenden domestizierten und gezüchteten Hauskatzen können instinktiv noch jagen und fressen auch gern mal eine Maus. Nicht alle, aber die meisten. Die Vögel würden trotz Fütterung Wildtiere bleiben, müssten ihre Instinkte schon allein wegen den Feinden bewahren und Frischfutter würden sie ganz sicher auch weiterhin aus der Natur zu sich nehmen.

Ich habe schon häufig beobachtet, dass Wildvögel scheinbar auf Futterhilfen von Menschen warten. Vor kurzem erst, als in meinem Garten gebuddelt wurde, haben die Vögel gewartet, dass sie sich die zum Vorschein gekommenen Würmer und Maden holen konnten. Aber nicht nur Wildvögel begeben sich zur Futtersuche gern in Menschennähe. Auch bei Füchsen kann man das beobachten. Sehr oft sehe ich überfahrene Füchse auf den Straßen liegen und ebenfalls sehr oft welche auf der Straße oder an den Rändern fressen. Manche Menschen schmeißen Nahrungsmittel aus dem Fenster und die Füchse freuen sich dann. Rings um den Straßen sind riesige Felder und Wälder, warum begeben sie sich dann so bevorzugt auf die Straße.

Ich denke mal, dass gerade in Städten die Vögel gefüttert werden sollten. Die wenigen Grünflächen, was meistens auch nur gepflegte Parks oder Gärtchen sind, geben sicher nicht ausreichend Futter für alle her. Wenn die Vögel in der Natur ausreichend Nahrung finden würden, würden sie sich niemals freiwillig in die Nähe von Menschen und Katzen begeben. Mit Rhododendron, Ziertannen und den anderen schönen, aber nutzlosen Gewächsen, die man seit einigen Jahren in den Parks und Gärten sieht, können die Vögel nun mal nichts anfangen. Das hat ja schon dazu geführt, dass die Sperlinge in einigen deutschen Großstädten nicht mehr anzutreffen waren.

Man kann nicht mehr sagen, dass der Mensch mit einer Fütterung in "eine intakte" Natur eingreifen würde, denn das hat er schon lange mit der Bebauung gemacht.

Meisenknödel sind eigentlich nicht teuer und bei mir fallen auch sehr viele Futterreste an, weil Rudi und Rita die Kleinsaaten aus den Futtermischungen fast gar nicht anrühren. Zum Wegwerfen zu schade, die Wildvögel freuen sich darüber.

Liebe Grüße
Elke

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