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#26 RE: Im Trabi vor mir... von Elke 04.11.2013 05:16

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Danke für die Erklärung. Mein Vater hat zwar als ich Kind war auch eine ETZ MZ gefahren, wir hatten auch einen Unfall, aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie sie sich bei Regen verhalten hat. Meine Mutti hat zu der Zeit einen Berliner Roller gefahren und dann recht bald eine Schwalbe. Meine Vater ebenso. Bei der Schwalbe erinnere ich mich noch an Brandflecken an der Wade (als Sozius). Die Schwalbe - es war schon ein neueres Modell - haben wir vor 7 Jahren neu aufbauen lassen. 2 Tage stand sie im Stall und dann war sie geklaut.

Liebe Grüße
Elke

#27 RE: Im Trabi vor mir... von Flocky 04.11.2013 10:18

Das war aber gemein, doch die Diebe wußten, was sie tun, denn die Schwalbe ist auch heute noch das beliebteste Fahrzeug bei den jungen Leuten. Gut gepflegt fährt sie gut 70 Km/h und das ist es ja, was die Beliebtheit ausmacht. Neue Fabrikate bringen es nur auf 50 km/h, da bleiben sie Ladenhüter. Ein Enkel hat auch eine alte Schwalbe vom Opa bekommen. Die gammelt hier auf dem Hof herum, weil er noch keine Fahrerlaubnis hat. Die Zeit fehlt eben dazu. Als Leistungssportler (Kanu) steht eben alles andere außer Sport im Hintergrund. Schade eben. Ich riet ihm schon, das gute Stück zu verkaufen, ehe es unter der Plane wegrostet.
Die Fahrzeuge der ETZ/ETS-Reihe bin ich nicht gern gefahren, im Interesse der Leistungssteigerung hat man die Motordrehzahl so erhöht, daß man vom Geräusch Zahnschmerzen bekam. Mein Favorit war die ES 175/1 mit dem bulligen, tiefen Klang und später die ES 250/2 mit Elastikseitenwagen! Das war Fahrspaß pur, nur dreimal besetzt und Gepäck, schlich man über die Autobahn mit 60 km/h davon. Schade, ein 500ter Motor wäre für das Gespann passend! Den gab es ja bei MZ schon, doch er blieb als Handmuster in der Entwicklung stecken. Schade! Jedenfalls haben mich die ES-Maschinen nie liegen gelassen.




#28 RE: Im Trabi vor mir... von Elke 05.11.2013 04:34

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Ach, die Diebe wussten gar nicht, was sie tun. Sie haben die schöne Schwalbe ausgeschlachtet und die Teile in Simsons verbaut. Das Blech der Schwalbe hat die Polizei im Harz im Straßengraben gefunden.

Ja, unsere Mopeds sind heute noch so beliebt, weil man sie mit einem Mopedführerschein fahren darf und sie schneller als die heutigen Mopeds sind.

Ich weiß nicht, ich persönlich würde die Schwalbe deines Enkels nicht verkaufen. Vielleicht irgendwo gut im Stall unterbringen. Ärgere mich noch heute über meinen Sohn, der mit 16 Jahren - nachdem die Schwalbe geklaut wurde - eine neu aufgebaute Simson bekommen hat. Alles entsprach der Simson S51, aber der Tank und ich glaube auch der Motor waren S50. Wenn ich mich recht erinnere, war der Motor der S50 schneller. Die Simson habe ich damals bei ebay ersteigert und war so stolz über diesen sehr auffälligen Umbau. Blinker, Tacho, Lampen usw. waren Eigenkreationen des Bastlers. Das war ein Ingenieur im Ruhestand aus einem westlichen Bundesland, dessen Liebe den Zweitaktern gilt. Mit seinem 18. Geburtstag hatte mein Sohn dann ein Auto und die Simson hat er gegen eine Playstation getauscht. Wenn ich den Typen mit der S51 rumfahren sehen habe, ist mir mein Herz immer in den Bauch gerutscht. Auch heute ärgere ich mich noch darüber.

Mein Onkel hatte damals auch ein Motorrad mit Beiwagen. Aber der Beiwagen war rundlicher. Im Beiwagen bin ich als Kind gern mitgefahren, das war so schön warm und gemütlich. Bis nach Weißenfels sind wir oft so gefahren.

Liebe Grüße
Elke

#29 RE: Im Trabi vor mir... von Flocky 05.11.2013 09:58

Über diese Zweiräder könnte man tagelang schwärmen. Waren sie zwar nicht so schnell und leistungsfähig wie die heutigen Maschinen, so sind diese hochgezüchteten Teile die reinsten Waffen auf der Straße. Ich saß mal auf einer Yamaha drauf. Schwiegersohn hat sich so ein Gefährt gekauft. Nun, beim Anfahren wäre ich fast runtergefallen, so einen Anzug hatte das Mopped. Das reichte mir! Bei der GST habe ich mich gern mal auf ein MZ-Gespann geschwungen und den Lehrlingen mal gezeigt, was man mit so einem Gerät alles machen kann. Damit bin ich einige Jahre im Erzgebirge bei jeden Wetter, auch bei Schneeverwehungen gefahren. Ging gar nichts mehr, wurde der Seitenwagen abgekoppelt, auf das Hinterrad eine Kette gezurrt und weiter gings. Schließlich mußte ich ja zur Arbeit und ein Bus fuhr dort nicht hin! (aber regelmäßig eine Schneefräse) Bei 800 Höhenmetern waren Schneeverwehungen selbstverständlich. Dieses Praktikum half mir auch, das weglose, sandige Gelände im Tagebau zu bewältigen. Man stelle sich trockenen Sand, 50 cm tief vor, ähnlich in einer Wüste; das war die Arbeitsebene der Förderbrücke. Und diese war 6....8 km lang. Keine Weg, keine Spur nur Karnickelsand! 50...60 km/h mußten gefahren werden, sonst blieb man stecken. Dann stand auch mal ein Bagger im Weg, unter dem mußte drunterweg gefahren werden. Und diese Manöver täglich, bei jedem Wetter und jeder Tageszeit. Nur einmal bin ich bei einer Nachtschicht bei rund 50 km/h "über den Lenker gegangen". Da fuhr ich in ein liegengebliebenes Drahtseil rein. Da hatte aber der Karnickelsand seine Vorteile: Man flog zwar schnell, aber landete verhältnismäßig weich. Über diese Fahrten könnte ich ein Buch schreiben. Auch darüber, wie meine geborgte" Dienst-ETS 150 Trophy" unter die Fahrwerksraupen eines Kohlebaggers kam! Das Bild der breitgedrückten Maschine war ungewöhnlich aber "schön". Leider gab es damals keine Fotoapparate und auch keine Fotoerlaubnis. Die bekamen nur handverlesene Leute und gerade diese brauchten diese Motorradleiche nicht unbedingt sehen!

#30 RE: Im Trabi vor mir... von Elke 06.11.2013 05:19

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Damals sind eigentlich die meisten mit dem Moped oder Motorrad zur Arbeit gefahren. Egal, ob es geregnet oder geschneit hat. Das wär bei dem Verkehr heute viel zu gefährlich. Der Trabi wurde höchstens nur mal zum Familienausflug vorgeholt.

So eine Arbeit im Tagebau, wo die Unfallgefahr ja doch nicht gering ist, wär nichts für mich. Ich habe im EHW Thale gelernt und wir Lehrlinge durften eigentlich nicht durchs Betriebsgelände gehen, weil es zu gefährlich war. Wir sollten immer außen lang gehen. 2 x hat mich die Neugier gepackt. Das erste Mal bin ich auf der Müllhalde gelandet, musste sogar befestigte Leitern an Fassaden hochklettern, damit ich weiterkomme. Nur am Ziel bin ich nicht angekommen, das hat mir dann auch erst mal gereicht.
Beim nächsten Mal habe ich Angst und Wasser geschwitzt. Da bin ich durch den Betriebsbereich, wo das Stahlwerk war, gegangen. Herrje, ich wär zu blöd, um dort zu arbeiten. Ich wusste gar nicht, wohin ich so schnell immer springen sollte. Da fuhren die Waggons, Gabestapler und aus den riesigen Hallen kamen die Gabestapler mit glühenden, riesigen Eisenplatten rausgeschossen. In dem Bereich sind damals viele Unfälle passiert.

So ein Tagebau ist auch nicht gerade ungefährlich. Wir hatten hier ein Kieswerk und da ist u. a. ein Kind ums Leben gekommen. Schon allein die Fahrmanöver - unter einem Bagger durchfahren - das wär nichts für mich.

Liebe Grüße
Elke

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